Rundgang in Stuttgart-Hofen am 3. Mai ab 14.00 Uhr

Die heutige St. Barbara Kirche wurde 1783/1784 erbaut. Ein früheres Kirchlein ist um 1400 erwähnt und stammt aus der Zeit der berühmten Veitskapelle in Mühlhausen. Während der Reformation wurde fast ganz Württemberg evangelisch. Hofen gehörte den Grafen von Neuhausen und blieb deshalb wie Oeffingen, Neuhausen/Filder, Justingen und Ebersberg katholisch. In der Folgezeit siedelten sich Katholiken aus Stuttgart und vom Hof in Ludwigsburg an. Am 2. Februar 1535 verbrachte der letzte dortige katholische Pfarrer, Paul Korner, die Madonnenfigur aus der Stuttgarter Stiftkirche nach Hofen. Der Legende nach soll sie ihm beim Verlassen der Kirche zugerufen haben: „Nimm mich mit und meinen göttlichen Sohn!“ Heute steht die Darstellung der Maria mit Kind, eine geschnitzte, gotische Holzstatue, wohl aus der Ulmer Schule und um das Jahr 1500 entstanden, auf dem linken Seitenaltar der viel besuchten Kirche, die sich durch ein reges Gemeindeleben auszeichnet. Seit 1954 werden regelmäßige Wallfahrten zur sog. Stuttgarter Madonna veranstaltet.
Nicht weit davon die Burgruine Hofen, heute in städtischem Besitz und vom Bürgerverein Hofen für seinen Weihnachtsmarkt genutzt. Erbaut um ca. 1250 als Kastellburg zum Schutz der Neckarfurt und eines alten Handelswegs weiter ins Remstal, der schon zu Römerzeiten existierte Die einzige Ruine mit aufragenden Mauerresten im Stadtgebiet wurde bereits im 30jährigen Krieg zerstört und lieferte Steine für die St. Barbara Kirche. Weiter geht es mit dem Neckarguide Wolfgang Zwinz zum nahen Neckar. Dort erfahren wir mehr über die Zeit, „als das Wasser Balken hatte“. Fast ein halbes Jahrtausend wurde die Holzflößerei betrieben, über Enz, Nagold, Neckar und Rhein bis in dessen Delta. Der notorisch klamme Herzog Carl Eugen ließ im 18. JH fast den gesamten Nordschwarzwald abholzen. Die ältesten Flößerzünfte wurden an Murg und Kinzig gegründet. Aus den Fichten und Tannen bauten die Holländer ihre stolzen Handelsschiffe für die Weltmeere. An den verschiedenen Umschlagplätzen wurden die Flöße neu gebunden. Aus einem Kiesabbaugelände entstand 1935 der Max-Eyth-See, einst Freibad, heute innerstädtisches Segelrevier, beliebtes Naherholungsgebiet und Heimat zahlreicher Wasservögel. Der See im Landschaftsschutzgebiet drohte umzukippen, worauf sich der in Cannstatt ansässige Kabarettist Christoph Sonntag in zahlreichen Aktionen für frisches Wasser engagierte. Im Cafe am See klingt unsere Exkursion aus. (Unkostenbeitrag 3 Euro)

Treffpunkt: Kirche St. Barbara um 14.00 Uhr. Zu erreichen über Haltestelle Hofen mit der U 14.

Mitglieder, Freunde und interessierte Gäste sind herzlich willkommen. Um kurze Anmeldung unter Telefon 0711/5282346 oder Fax 0711/5281203 sowie e-mail: s.hornung-besemer@gmx.net wird gebeten.
Bürgerverein Bad Cannstatt e. V. Geschäftsstelle: Dinkelsbühlerstr. 5 in 70374 Stuttgart-Bad Cannstatt

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