Bürgerverein besucht Veitskapelle (Bericht CZ)

Mit eigenen Augen wollten sich die Mitglieder des Bürgervereins vom Fortgang der Restaurierung in der Mühlhäuser Veitskapelle überzeugen. Die Führung mit Pfarrerin Charlotte Sander geriet zum tiefschürfenden Geschichts- und Bibelquiz. Zwar waren die Symboltiere der Evangelisten noch gut präsent bei den Besuchern, deren Goldene Konfirmation schon eine Weile her ist. Gelegentlicher Hilfestellung durch die beschlagene Hausherrin bedurfte es dann bei den herrschaftlichen und dynastischen Verhältnissen am Prager Hof von Kaiser Karl IV. Prag stand Mitte des 14. Jh. in voller Blüte und die Herren von Mühlhausen kamen als Vertreter Württembergs mit Geschick und Spekulation zu Ruhm und Reichtum. Reinhard stiftete die Kapelle, benannt nach dem böhmischen Nationalheiligen, zur Erinnerung an seinen verstorbenen Bruder. In ausdrucksstarken Wandmalereien und anschaulich wie im Bilderbuch sind die Lebensstationen des Hl. Veit verewigt, der als Märtyrer des Glaubens schon mal in einem Kessel mit siedendem Öl sitzt. Ebenso eindrücklich sind die Schöpfung und die Geschichte Jesu in Bildern dargestellt. Noch heute kann man nachempfinden wie die Kirchgänger im Mittelalter, des Lesens unkundig, ehrfürchtig staunend die Darstellungen betrachteten. Die üppige Ausmalung und der Hochaltar von 1510 mit seinen Heiligenfiguren entgingen dem Bildersturm nach dem Uracher Götzentag von 1537 nur weil Mühlhausen dazumal reichsunmittelbar war. Es bleibt noch einiges zu tun in diesem Kirchlein, das von Experten zur wertvollsten Kirche Stuttgarts erklärt wurde. Die kälteste ist sie allemal, fanden die Besucher.

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