Protokoll und Bericht von der Hauptversammlung des Bürgervereins Bad Cannstatt e. V. vom 24. März 2017

Herzlich begrüßte der 1. Vorsitzende Werner Hornung die Mitglieder und Gäste des Vereins im Gemeindesaal der Stephanuskirche, darunter Herrn Enslin und Frau Taschke vom benachbarten Bürgerverein Untertürkheim. Nach einem Gedenken an verstorbene Mitglieder erinnerte er in seinem Rechenschaftsbericht u. a. an hierzulande selbstverständlich erscheinende demokratische Freiheiten wie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit. Gerade vor dem Hintergrund der großen Vereinfachung in den sozialen Medien und autoritärer und nationalistischer Tendenzen in der internationalen Politik gelte es, den politischen Diskurs als ein Ringen um die beste Problemlösung zu gestalten und nicht in Polemik, Isolation und Konfrontation zu verfallen. Es sei Privatinitiative gefordert, die Stimme des Bürgers sei gefragt. Partizipation (wie bei der Beteiligung am Bürgerhaushalt erkennbar) ein gestaltendes Element des demokratischen Prozesses.

Der stv. Vorsitzende Reinhard Staib berichtete von den Ergebnissen der Zukunftswerkstatt 2030, die sich zu seinem Bedauern im Wesentlichen auf verkehrliche und städtebauliche Fragen konzentrierten. Die Weiterentwicklung der Bürgergesellschaft, Fragen zur kulturellen Belebung oder identitätsstiftenden Integration in Bad Cannstatt würden seiner Ansicht nach zu wenig beachtet oder seien auf andere Plattformen verschoben. Im Rahmen der VCV gebe es wieder die Kurpark- Konzerte sowie eine Beteiligung am Abendmarkt, auf der sich die Vereine einem breiteren Publikum vorstellen könnten. Am 29. April um 10.30 Uhr wird die Wiedereröffnung des Brunnenhofes hinter dem Kursaal feierlich gewürdigt.

Herr Zimmermann stellte die Bilanz vor und konnte nach Vorlage des Berichts der Kassenprüfer ohne Gegenstimme entlastet werden. Frau Hornung-Besemer referierte über die kulturellen Veranstaltungen des Vorjahres. Bei einer tendenziell nachlassenden Beteiligung, steigenden Gebühren und teilweise kurzfristigen Absagen musste die Vereinskasse ausgleichend einspringen. Deshalb erging die Anregung an die Mitglieder, Bekannte, Freunde und Interessierte anzusprechen, um für eine Teilnahme zu werben. Das neue Programm wurde vorgestellt und bietet mit einem Besuch des Lapidariums und der Senfmanufaktur Miedelsbach attraktive Termine.

Der Vorsitzende bedankte sich bei Frau Doll für ihren langjährigen engagierten Einsatz als Schriftführerin und ermutigte den Mitgliederkreis zur Besetzung der vakanten Position. Vorläufig wird die Arbeit auf den übrigen Vorstand verteilt. Nach der Entlastung des Gesamtvorstands ohne Gegenstimmen erfolgte die Bestätigung der zur Wahl stehenden Amtsträger. In der anschließenden Aussprache löste die Diskussion um die anhaltende Müllproblematik eine rege Beteiligung aus. Mancher Teilnehmer konnte von persönlichen Erfahrungen anschaulich berichten. Man könne durch direkte Ansprache von Müllsündern oder persönliches gutes Beispiel durchaus etwas erreichen, so die Überzeugung der Versammlung. Allzu oft sieht sich die Stadt überfordert. Ähnlich lebhaft gestaltete sich der Austausch über verkehrliche Fragen, insbesondere die weitere Ausgestaltung der Zugänge über die Schmidener Straße und die Nürnberger Straße aus Richtung Remstal/LB/WN und Fellbach. Allein schon die weitere Aufsiedlung entlang der Schmidener Straße, die vertrackte Führung der Stadtbahnlinien U 2 und U 19 und der wachsende Verkehr aus dem Raum Ludwigsburg und Waiblingen lassen chaotische und unfallträchtige Zustände erwarten.

Mit anschaulichen und drastischen Darstellungen aus der Zeit berichtete Olaf Schulze zum Abschluss des gelungenen Abends in seinem Vortrag über Konrad Vaut, jenen Cannstatter Vogt, der 1516 auf dem Stuttgarter Marktplatz auf Geheiß des jähzornigen Herzogs Ulrich von Württemberg hingerichtet worden war. R. Staib

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