Ein Verein in Zeiten von Corona
Der Bürgerverein Bad Cannstatt e. V. berichtet

Eine Ende 2019 in China auftretende Infektionskrankheit der Atemwege breitet sich ab Ende Januar 2020 auch in Deutschland aus und wird Mitte März von der WHO als Pandemie (weltweiter Krankheitszug) klassifiziert. Das Robert Koch Institut ändert seine Bewertung in „hohes“ Risiko und für bestimmte Gruppen in „sehr hohes“ Risiko. Gleichzeitig sperrt der österreichische Bundeskanzler Kurz nach einem Ausbruch in Ischgl das umliegende Skigebiet, was zahlreiche Touristen überstürzt zur Abreise veranlasst. Sie verbreiten das COVID-19 Virus europaweit. Ende März wird per Gesetz zum Schutz der Bevölkerung das öffentliche Leben, Schulen und Kitas, Zugang zu den Krankenhäusern und Altenheimen weitgehend eingeschränkt. Die Wirtschaft wird herunter gefahren, home office und lockdown sind die Schlagworte der Zeit. Die Medien berichten täglich über Corona und die Maßnahmen der Gesundheitsämter. Ab Mai werden die Restriktionen teilweise gelockert, im Oktober steigt die Zahl der Infizierten erneut dramatisch an. Bis Mitte des Monats sind ca. 330 000 bestätigte Fälle registriert bei annähernd 10 000 Todesfällen ein Drittel davon aus der Anfangsphase in Alten- und Pflegeheimen. Derzeit infizieren sich eher jüngere Menschen, welche die Schutzmaß- nahmen nicht mehr ernst nehmen oder bewusst aus einer „Antihaltung“ ignorieren.

Der Bürgerverein ist, wie andere Institutionen auch, entsprechend tangiert. Planten wir in unserem Programm zunächst vorwiegend mit Freiluftangeboten, werden wir durch die Zurückhaltung der Mitglieder einerseits und die Vorschriften der gebuchten Führer andererseits bald eines Besseren belehrt. Mit dem erneuten Anstieg der Zahlen müssen wir bedauerlicherweise nunmehr auch das weitere Jahresprogramm streichen.

Auch die Planungen der Vereinigung Cannstatter Vereine (VCV) sind Makulatur. Neben den Kur- park-Konzerten, dem Abendmarkt und weiteren Veranstaltungen in der Altstadt fällt das Jubiläum der Württembergischen Eisenbahn ebenso aus, wie ein großer Info-Event zur Eröffnung des neuen Rosensteintunnels. Besuchen Sie, soweit möglich die unterhaltsame Ausstellung zur Königlich- Württembergischen-Staatseisenbahn von Olaf Schulze im Klösterle. Die Gestaltung der Reihe zum 200jährigen Bestehen des Kurparks im Jahr 2021 bleibt in der Schwebe. Der Bürgerverein möchte hierzu einen Baum stiften und eine Zusammenkunft im Park organisieren.

Mit vereinten Kräften und verstärktem Elan bleibt der Vorstand im Dialog mit der Bürgerschaft und den politischen Verantwortlichen der Stadt über die Cannstatter Themen. Neben dem Fortgang in der Marktstraße nach Wegfall des Kaufhofs, dem Umfeld des Bahnhofs mit der Schwabenbräupassage und der weiteren Entwicklung an der Eisenbahnstraße mit einem Parkhaus, das herunter gekommen ist, bleibt uns das Gegenüber vom Carré im Auge. Hier fühlt man sich mittlerweile wie in einer afrikanischen Provinzstadt. Sicher recht malerisch aber an diesem Ort passend für Bad Cannstatt? Zahlreiche Anrufe erreichen uns derzeit zu einer vorgeschlagenen Sperrung der Ebitzweg-Brücke für den Autoverkehr. Dieses würde die Stadtteile Geiger/Memberg und die Winterhalde völlig abtrennen und einen ganz erheblichen, sinnlosen Umleitungsverkehr erzeugen, weshalb dieses Vorhaben unseren nachhaltigen Widerstand findet.

Liebe Mitglieder,
Sie sehen in Cannstatt regt sich einiges und wir sind mit dabei.
Bleiben sie ihrem Bürgerverein treu und gewogen und vor allem bleiben Sie gesund!

im Namen des Vorstands
gez. Reinhard Staib

This entry was posted in Allgemein. Bookmark the permalink.