Corona-Pandemie im zweiten Jahr.
Der Bürgerverein Bad Cannstatt e.V. berichtet.

Mittlerweile befinden wir uns weit im zweiten Jahr der Pandemie und sehen uns einer schweren, dritten Welle der Infektion ausgesetzt. Das SARS-CoV-2Virus überrascht die Welt mit zahlreichen Mutationen, von denen die sog. britische Variante nunmehr das Infektionsgeschehen in Deutschland weitgehend übernommen hat. Erneut sieht sich die Regierung gezwungen, das Land mit harten, die Freiheit der Bürger schwer einschränkenden Maßnahmen zu überziehen, um den Verlauf der Infektionskette zu bremsen und das Gesundheitswesen vor Überlastung und Kollaps zu schützen. Die Situation auf den Intensivstationen bietet Anlass zur berechtigten Sorge. Sind die Hochaltrigen in den Heimen und privat zwischenzeitlich durch Impfung geschützt, laufen jetzt die mittleren Generationen mit längerem Aufenthalt und schweren Verläufen in den Krankenhäusern auf und treffen dort auf ein ärztliches und pflegerisches Personal, das am Rande der Erschöpfung arbeitet.

Probleme mit der Lieferung von Impfstoffen und das Auftreten von drastischen Nebenwirkungen verunsichern Teile der Bevölkerung. Während die Impfzentren inzwischen gut organisiert arbeiten ist die Versorgung über Arztpraxen noch unzureichend eingerichtet. Mit mehr als 3 Mio. Infizierten und über 80 000 Verstorbenen bleibt die Pandemie eine gigantische Herausforderung für unser Land. Vom Einsatz der Unsummen finanzieller Mittel zur Bewältigung ganz zu schweigen. Für Kinder und Jugendliche ist bislang noch kein umfassendes Rettungskonzept erarbeitet, ihnen droht neben dem Verlust eines ganzen Ausbildungsjahrs, dem totalen Ausfall sportlicher Betätigung und der Freizeitgestaltung mit Freunden auch die Vereinsamung im homeschooling und am Computer zuhause. Nicht alle Mitbürger und Mitbürgerinnen leben in einer privilegierten Situation, wie die Zunahme häuslicher Gewalt zeigt.

Auch der Vorstand des Bürgervereins hat sich den Umständen zu beugen. So haben wir zunächst beschlossen, die Jahreshauptversammlung 2021 auf den Herbst zu verschieben. Unsere geplanten Ausflüge ins Lehenviertel und den Travertinpark sind weiterhin aktuell, wir warten hier auf die Freigabe für die Führungen durch die Stadt Stuttgart. Ferner sind wir im Gespräch mit dem Garten-, Forst- und Friedhofsamt wegen einer repräsentativen Baumsetzung im Kurpark aus Anlass des 200- jährigen Bestehens. Wir wollen das ähnlich gestalten wie damals bei der Sternmagnolie am Juno-Brunnen mit einer Weinprobe und einem lockeren Zusammentreffen der Mitglieder.

An aktuellen Fragestellungen in Bad Cannstatt mangelt es nicht. Die weitere Verwendung des Kaufhof-Gebäudes in der Marktstraße treibt uns um. Ein Stolperstein besteht in der Eigentümer-struktur. Der intensiv umkämpfte Antrag auf sofortige Sperrung der Ebitzweg-Brücke konnte durch den Einsatz des Bürgervereins vertagt werden, bis eine Veränderung der Verkehrswegeführung um den Augsburger Platz herum Verbesserungen und Klarheit schafft. Die Linie U 1 nach Fellbach wird mit Hochbahnsteigen ausgebaut, ein großes Projekt der SSB. Dagegen soll eine Änderung der Betriebszeiten für den X 1 Bus den Mittelverzehr begrenzen. Erfreut hat uns die Eröffnung der Überquerung für Fußgänger und Radfahrer vom Seilerwasen zum Rosensteinpark unter der neuen, markanten S 21 Eisenbahnbrücke. Gönnen Sie sich einen Spaziergang über den Neckar und, mit Abschluss der Arbeiten am Rosensteintunnel, eine völlig neue Sicht auf das grüne Stuttgart. Die OB Wahl und die Landtagswahlen bieten Anlass auf einen neuen, dem Bürger verpflichteten Aufschlag in der Politik zu hoffen.

Liebe Mitglieder, Sie sehen in Cannstatt regt sich einiges und wir sind mit dabei.
Bleiben sie ihrem Bürgerverein treu und gewogen und vor allem bleiben Sie gesund!

im April 2021

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